Eva Pia




about many years of Yogapunx Cologne about Pia the one and only and about visions, dreams and having a baby


Wow, ein lange Reise nähert sich ihrem Ende. Genauso unerwartet wie Pia mit den Yogapunx vor rund 6 Jahren in mein Leben trat genauso unerwartet wurde mir vor einigen Wochen plötzlich klar, dass das Kapitel Yogapunx sich nun dem Ende nähert. Und wie es bei langen Reisen so ist, gibt es unendlich viel zu erzählen, unzählige kleinere und größere Abenteuer und zahlreiche prägende Begegnungen, dazu natürlich den ein oder anderen Schnappschuss, Anekdoten, Andenken und und und. 

Fang ich doch einfach mal mit Pia an. Denn mit Pia fing schließlich alles an. Noch heute werde ich oft nach ihr gefragt und aufgrund unseres gemeinsamen Namens auch gelegentlich mit ihr verwechselt, wenn es um die Yogapunx geht. Aus sicheren Quellen wurde mir überliefert, dass es sich damals im legendären Club Scheisse zutrug, dass eine überzeugte werdende Yogalehrerin mit ein paar Freunden die Matten ausrollte und das schnell zum neuen Hobby aller Beteiligten wurde. Schwupps waren die Yogapunx geboren. Pia motivierte nicht nur teilnehmende Yogis sondern auch bald schon weitere werdende Yogalehrerinnen und so wuchsen die Yogapunx langsam aber stetig. Ich lernte Pia in einer Ehrenfelder Kneipe kennen und außer dem gemeinsamen Hang zum Yoga und einem gemeinsamen Freund hatten wir auf den ersten Blick eigentlich so rein gar nichts gemeinsam. Doch als Pia von meiner beginnenden Yogalehrerausbildung hörte, war ihr sofort klar, dass ich am liebsten sofort bei den Yogapunx anfangen sollte. Dankbar für die Motivation und den Glauben an mich als Yogalehrerin, machte ich mich also auf den Weg mir eine Kurszeit im Fleur de Coeur zu organisieren. Das stellte sich als erste Herausforderung dar, denn die Kurszeiten von Montag bis Mittwoch waren schon vergeben und Donnerstag zählte gefühlt schon zum Wochenende. Trotzdem konnte ich Thierry unseren Vermieter irgendwie überzeugen, mich neben Singkreisen und einmal im Jahr stattfindenden hawaiianischen Massagekursen am Donnerstagabend Yoga unterrichten zu lassen. Und das tat ich von nun an auch. Erst einen Kurs, später einen zweiten, nämlich die "Absoluten Beginner". Beide Kurse gibt es noch heute und auch wenn sich immer mal wieder die Besetzung verändert hat, sind es gefühlt noch viele alte Gesichter, in die ich jeden Donnerstag schaue. Es dauerte kein halbes Jahr, da war die erste Freundin von mir schwanger und ich ganz aufgeregt damit beschäftigt, ihr zu vermitteln, dass sie doch bitte ein wenig modifizieren könne in ihrer Yogapraxis, um nicht unnötig auf ihrem Babybauch rumzukugeln. Von da an war eigentlich durchgängig mindestens eine Frau schwanger und wenn ich es mal so überschlage, haben schon mehr Babys im Bauch an meinen Yogastunden teilgenommen als ich an meinen beiden Händen abzählen kann, inklusive Uma natürlich, die auch bis 5 Wochen vor ihrer Geburt noch onboard mitunterrichtet hat. Doch zurück zu Pias Baby den Yogapunx und den unvorhersehbaren Wendungen des Lebens.  

Während der gesamten Zeit bei und mit den Yogapunx hat Pia nie aufgehört mich zu überraschen und zu erstaunen. Sie hat eine unerschöpfliche Energie und schreckt vor nichts zurück. Egal ob du Bock auf einen Meditationskurs am Sonntagnachmittag hast oder morgens um 5.30h vor der Arbeit gern mit ihr Yoga üben willst, du kannst auf sie zählen. Als Yogalehrerin teilt sie ihren Erfahrungsschatz und ihr Wissen großzügig und mit Humor und sie gibt dir immer das Gefühl, dass Yoga genau das ist und das zu bieten hat, was du gerade brauchst. Als Kollegin kannst du dich darauf verlassen, dass sie alles im Blick hat, selbst von Schweden aus. Mit ihrer Vision geht sie ohne zu zögern voran und teilt ihre Leidenschaft zum Yoga auf ihre ganz persönliche Art. Dabei geht es ihr wie auch mir jedoch um mehr als nur Lifestyle-Fragen, nämlich um einen Lebensweg und darum den Yogaweg möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Mit Pia habe ich Yoga im Park unterrichtet, im Autonomen Zentrum, in der Eulenburg und im schönen Ehrenfeld. Wir haben Filmabende, Kneipenabende, Sommerfest und vieles mehr mit den Yogapunx veranstaltet. Wir hatten Yogaliebende aus aller Welt zu Gast. Und haben als eins der letzten gemeinsamen Projekte noch die Yogapunx Academy auf die Beine gestellt, innerhalb von wenigen Tagen und langen Skypegesprächen zwischen Indien und Köln. Zu guter Letzt haben wir noch einen gemeinsamen Anteil Acker erworben bei der Gemüsekoop und so unsere Yogapraxis off the mat vertieft. Was bleibt mir noch zu sagen, Pia ist alles andere als der perfekte Mensch, wer von uns ist das schon. Sie hat Ecken und Kanten und versteckt diese auch nicht. Doch sie hat ein unbändiges Feuer für's Yoga und damit verbunden eine große Liebe zum Leben und zu Ponies genauer gesagt Islandponies. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie ihr Weg in einen Ashram in Südschweden geführt hat, wo sie nun seit ein paar Jahren lebt und das in bester Gesellschaft einer kleinen Pony-Herde und eines Hundes. Hunde haben wir seit du weg bist übrigens auch auf der Matte, Pia. Seit sie mir jedenfalls von diesem Ort erzählt hat, war mir gleich klar gegen ein erfülltes Yoga-Ponyhof-Leben sieht das schöne Kölner Stadtleben alt aus. Also war meine Hoffnung, dass Pia den Yogapunx erhalten bleiben würde nicht groß.

Da stand ich also mit gleich zwei Babies, einem eigenen Neugeborenen und dazu noch mit Pias Baby, was bereits 7 Jahre alt war und eine Geschichte mitbrachte, in die jede Menge Menschen involviert waren und sind. Das war wirklich nicht mein Traumvorstellung vom Leben. Doch auch das kennen wir alle, dass das Leben uns gerne mehr präsentiert als wir uns in unseren kühnsten Träumen ausmalen konnten. So verbrachte ich halt meine "Elternzeit" mit Windeln wechseln, Stillen und Rumschuckeln auf der eine Seite und mit Yogakursen, Workshops, Parkyoga, Eulenburg und dem dazugehörigen Orgakram auf der anderen Seite. Alles in allem war das eine Zeit, die ich nicht missen möchte, in der ich Mitten rein geschleudert wurde ins Leben, in der ich tagtäglich über mich hinauswachsen durfte, in der ich die Bedeutung von Vertrauen, Hingabe und Engagement in einer für mich neuen Dimension erfahren habe, in der ich mehr Kaffee und Schokolade konsumiert habe als je zuvor in meinem Leben und in der ich verstanden habe, was es heißt allein zu sein. Wie es der Zufall will, war im entscheidenden Moment, als die Situation mit den Yogapunx den absoluten Tiefpunkt erreicht hatte, Pia da und sagte nur "Du musst das nicht mehr machen, Eva Pia!" 

Ich bin froh und dankbar über diese Erkenntnis und möchte mich nun bei allen bedanken, die Yogapunx auf ihre eigene persönliche Art und Weise zu dem gemacht haben, was es war und ist. Neben Pia, die mit mir ihre Vision geteilt hat und mir vor zwei Jahren ihr Baby wie einen Rohdiamanten anvertraut hat, danke ich allen Yogalehrerinnen, die mit uns gemeinsame Sache gemacht haben: Lisa, Jasmin, Dania, Steffi, Graciela, Julia und Rebekka. Ein Prinzip der Yogapunx war "Yoga unter Freunden", in diesem Sinne bedanken ich mich bei meinen Freundinnen Inga, Sonja und Annemarie, die nur mirzuliebe den Schritt auf die Matte gewagt haben und in meinem ersten Kurs am Start waren. Danke an Ramona, Clara, Sylvie und Anke, Nora und Annika, Volker und Monique, Lea und Petra, Christine-Joahn, Sonja, Jana und Christina Berning, Kate und die große Uma, Bebero und Anton mit denen ich mittlerweile auch über die Yogamatte hinaus verbunden bin oder war. Danke an alle Mamas, die sich mit ihren Kugelbäuchen noch in meine Yogastunden gebeamt haben und bis zuletzt mitgeschwitzt haben. Es war mit eine Ehre, auch ich habe mit jeder einzelnen von euch mitgefiebert. Danke an all die Papas, die genauso unermüdlich dabei waren in ihrer neuen Lebensphase, die ja doch mit einigen Entbehrungen verbunden ist. Danke an die Yogis mit Hund, für eure Inspiration. Danke an alle meine Yogaschüler along the way for showing up, ganz besonders, an diejenigen von euch, die in den letzten zwei Jahren mit dabei waren und zahlreich in meinen Stunden erschienen sind. Ihr habt mir gezeigt, und dass ich mehr bin als eine müde Mama und mich immer wieder daran erinnert, wie wunderbar es ist Zeit auf der Matte zu verbringen. 

Mir würden noch mehr Leute einfallen, doch ich mach jetzt mal Schluss für heute. Ich freue mich auf die kleinen und großen neuen Abenteuer on and off the mat, die uns in diesem Leben noch erwarten! One love, ep

ps: Meine Kurse werden alle weiterlaufen, nur damit es nicht zu Verwirrungen kommt. Es ändert sich quasi lediglich der Name nicht der Inhalt.

"if you want to learn yoga, then you must teach yoga to others." Sharon Gannon

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